Interessengruppen sind jene Personen oder Gruppen, die die Tätigkeiten eines Unternehmens beeinflussen oder vom Unternehmen beeinflusst werden können. Hierzu gehören Mitarbeiter, Kunden oder Lieferanten, im weiteren Sinn aber auch Nachbarn, politische Organisationen, die Öffentlichkeit oder die Umwelt. Diese Anspruchsgruppen haben oft aus ihrer Perspektive eine ganz andere Wahrnehmung auf Ihr Unternehmen – und auch diese hat ihre Existenzberechtigung. Um sinnvolle CR-Aktivitäten durchzuführen, sollten Sie diese Wahrnehmungen ernst nehmen und sich mit ihnen auseinandersetzen.

Oft liegt darin eine große Chance, denn Interessengruppen können durch ihre verschiedenen Perspektiven dabei helfen, relevante Themen zu bestimmen. 

Wer sind die Interessengruppen? 

 

Beispiel

Das folgende Beispiel von Studiosus ist ein Auszug aus dem webbasierten Nachhaltigkeitsbericht

Ermittlung der Stakeholder 

Das Geschäft von Studiosus, die Planung, Durchführung und Vermarktung von Studienreisen, bringt das Unternehmen in Kontakt mit vielen verschiedenen Interessengruppen (Stakeholdern). Die Ermittlung der Stakeholder erfolgte anhand der Wertschöpfungskette einer Studiosus-Reise, wie die folgende Abbildung zeigt.

Bei der Erstellung von Studienreisen sind intern Abteilungen oder Bereiche wie Planung, Einkauf, Vertrieb, Marketing und Durchführung beteiligt. Viele weitere Abteilungen, wie beispielsweise Verwaltung und Personalabteilung, ergänzen den Prozess. Am Ende der Wertschöpfungskette steht der Kunde, der die Dienstleistung - die Reise - konsumiert.

Die wichtigste Gruppe der Stakeholder sind die Kunden, die Studiosus als Partner betrachtet. Eine gute Beziehung zu ihnen und ihre Zufriedenheit mit den Reisen, sind eine unabdingbare Voraussetzung für die Sicherung der Unternehmensexistenz.

Genauso wichtig sind die Mitarbeiter, die bei der Erstellung der Studienreisen im gesamten Wertschöpfungsprozess beteiligt sind. Nur mit qualifizierten und motivierten Mitarbeitern können die hohen Erwartungen der Kunden erfüllt werden, die sie an eine Studiosus-Reise stellen.

Zu den Geschäftspartnern von Studiosus gehören Hotels, Zielgebietsagenturen, Transportunternehmen und Reisebüros. Am Standort zählen noch die Geschäftspartner (GP) im Bereich Marketing und Verwaltung dazu. Eine gute Zusammenarbeit mit ihnen ist maßgeblich, um die Unternehmensziele zu erreichen.

Ebenfalls zu den Stakeholdern von Studiosus zählen die Menschen in den Zielgebieten. Studiosus ist sich darüber bewusst, dass Tourismus Probleme schaffen kann. Auf die Interessen der einheimischen Bevölkerung, auf ihre Eigenständigkeit und ihren Wunsch nach Selbstbestimmung will Studiosus daher Rücksicht nehmen und die einheimischen Sitten und Bräuche und die kulturelle Eigenart respektieren.

Letztendlich werden die Stakeholder durch die Fachöffentlichkeit ergänzt. Hierzu zählen Fachverbände, Fremdenverkehrsämter, Reiseveranstalter, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, touristische Medien und die Presse. 

Beispiel