Eine erfolgreiche CR-Strategie bedarf oft mehr als die Auswahl geeigneter Themen und Berücksichtigung relevanter Stakeholder. Wahrer Erfolg verlangt einen systematischen Plan und klare Verantwortlichkeiten. Auch Kooperationen und Partnerschaften sind ein großer Vorteil und ermöglichen eine erfolgreiche Umsetzung.

 

>> Management und Umsetzung

Die Umsetzung Unternehmerischer Verantwortung sollte systematisch gesteuert werden, um zu gewährleisten, dass die festgelegten CR-Ziele erreicht werden. Hierfür ist es wichtig, auf das Ziel abgestimmte Richtlinien, Prozesse und Maßnahmen zu planen und umzusetzen. Die Anwendung von Managementsystemen kann hier unterstützen.

Eine saubere Projektplanung und klare Verantwortlichkeiten helfen dabei, die Umsetzung sicherzustellen.

 

>> Kooperation und Netzwerke

Für KMU ist es von großer Bedeutung, ihre CR-Strategie mit Hilfe unterschiedlicher Kooperationen zu verwirklichen. Dies kann z.B. eine strategische Partnerschaft mit einem oder mehreren Unternehmen sein, die ähnliche CR Ziele verfolgen.

Die Finanzierung einer Unternehmenskindertagesstätte (KITA) zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist beispielsweise für KMU meist nur im Verbund realisierbar. 

Oft bieten Partnerschaften auch durch die Verbindung verschiedener Kompetenzen neue Möglichkeiten. Eine Kooperation mit regionalen Umweltexperten kann beispielsweise bei der Optimierung des CO2- oder Wasserfußabdruck helfen und hierdurch Kosten reduzieren. 

Des Weiteren ist für viele KMU auch die Mitgliedschaft oder Teilnahme an Netzwerken wie dem Global Compact der Vereinten Nationen sinnvoll, um Erfahrungen auszutauschen und Wissen aufzubauen.

 

 

Praxisbeispiel Management

Das folgende Beispiel ist ein Auszug aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2011 der Neumarkter Lammsbräu

Die Anwendung von Managementsystemen für die Steuerung eines Unternehmens ist bei kleinen und mittelständischen Unternehmen oftmals „verpönt“. Viele dieser Unternehmen vertreten die Meinung, dass die Anwendung von Managementsystemen zu bürokratisch und aufwändig sei.

Mögliche, in diesem Zusammenhang anfallende Kosten, werden als überflüssig oder zähneknirschend als notwendiges Übel angesehen, beispielsweise bei Unternehmen, deren Kunden den Nachweis für ein bestimmtes Managementsystem als Liefervoraussetzung einfordern. Andere Unternehmen – auch viele Unternehmen in der Bio-Branche – meinen, dass es ausreichend ist, wenn das Unternehmen die mit dem Unternehmenszweck einhergehende Philosophie irgendwie „lebt“. Viele dieser Unternehmen sind deshalb diesbezüglich eher „bauchgesteuert“ und laufen Gefahr, im Ernstfall auf das unternehmerische Geschick und die Überzeugung einzelner Personen – dem oder den Unternehmenslenker(n) – reduziert zu sein.

Die Neumarkter Lammsbräu versteht die Anwendung von Managementleitfaden als Hilfestellung, durch die wir unser Unternehmen weiter entwickeln, die unternehmerische Vision innerbetrieblich kommunizieren und die Führungsaufgaben auf mehrere Schultern verteilen können. Dabei legen wir sehr großen Wert auf die Tatsache, dass wir uns nicht zum „Sklaven“ eines bestimmten Managementleitfadens machen, sondern dass wir das System auf unsere betrieblichen Bedingungen anpassen. Der Nutzen der Managementleitfaden für unser Unternehmen besteht unter anderem darin, dass wir uns auf Themen wie die Verbesserung unserer betrieblichen Umweltleistung oder kundenorientiertes Handeln besser fokussieren können.

Außerdem liegt es in der Natur von Managementsystemen, dass immer wieder sanfter Druck auf das Unternehmen ausgeübt wird und dadurch auch unbequeme, im operativen Tagesgeschäft eher der Verdrängung anheim gestellte Themen angesprochen und bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden.

<Als übergeordnete Managementsystem-Klammer dient uns seit vielen Jahren das EFQM-Modell mit dessen Hilfe wir unser gesamtes Unternehmen, beginnend mit der Strategie und Führung, über die Arbeitsablaufe und die Menschen, die in und mit der Neumarkter Lammsbräu (zusammen)arbeiten, bis hin zu den manifesten Ergebnissen unseres Tuns abbilden und verbessern können. Dabei legen wir sehr großen Wert darauf, dass wir in allen Bereichen unseres Unternehmens Aspekte der Nachhaltigkeit integrieren.

Ökologische Verbesserungen, kundenbezogene Aspekte und arbeitssicherheitsrelevante Themen handhaben wir mit Hilfe eines Integrierten Managementsystems, das wiederum aus einzelnen, „klassischen“, zertifizierbaren Management-Leitfaden, wie dem Umweltmanagement gemäß der europäischen EMAS-Verordnung und der Qualitätsmanagement-Norm, DIN ISO 9001, besteht.

All diese Management-Leitfaden haben gemein, dass sie nur aufrecht erhalten werden können, wenn betriebliche Aktivitäten von ihrer Planung und Zielsetzung, über ihre Umsetzung bis hin zu ihrer Auswertung dokumentiert und vor allem kommuniziert werden. Die Dokumentation „erinnert“ uns immer wieder an unsere Beschlüsse und ermöglicht uns, die daraus entstandenen Maßnahmen nachzuvollziehen und zu bewerten. Um Managementleitfaden zum Leben zu erwecken, müssen diese in die jeweilige Unternehmensstrategie eingebunden sein und die abgeleiteten Maßnahmen müssen aktiv im Unternehmen kommuniziert werden.

Wie funktioniert dies bei der Neumarkter Lammsbräu? Die Neumarkter Lammsbräu entwickelt ihre Strategien auf Basis einer lang- und mittelfristigen Strategieplanung.

Lesen Sie weiter im Bericht!

Neumarkter Lammsbräu, Nachhaltigkeitsbericht 2011, S. 18       

Praxisbeispiel Management